Erfolg ist unternehmerischer Spirit, kombiniert mit professionellen Strukturen

Mai 23, 2018 | Familienunternehmen, Strategie

„Familie schafft Mehrwert“ – so titelt das Anlagemagazin der Bösen-Zeitung Rendite in der Mai-Ausgabe. Damit ist ein weiterer Beweis erbracht, dass Familienunternehmen erfolgreicher sind als Nicht-Familienunternehmen.

Von Dr. Alexander Koeberle-Schmid und Maxi Unger

Der DaxPlus Family 30 Index, der die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten deutschen Familienunternehmen widerspiegelt, hat von Dezember 2012 bis Dezember 2017 um rund 110 % zugelegt und damit den Dax um 37 Prozentpunkte geschlagen.

 

 

Was ist der Grund für den Erfolg?

 

Die Gründe für diese stolze Leistung liegen laut Rendite-Magazin darin,

  • dass Fremdmanager in Familienunternehmen besser kontrolliert würden,
  • Familienunternehmen über eine solidere Kapitalbasis verfügten, und
  • im DaxPlus Family 30 Index viele „Hidden Champions“, also Weltmarktführer mit unverwechselbaren Kompetenzen, vertreten seien.

 

Wir möchten diese Gründe näher beleuchten, denn aus unserem Blickwinkel verbinden sich hier zwei spezifische positive Merkmale börsennotierter Familienunternehmen.

 

Erstens: Transparenz und professionelle Governance

 

Börsennotierte Familienunternehmen unterliegen den Anforderungen des Kapitalmarktes an Transparenz und Governance. Sie weisen dadurch eine Transparenz nach außen und insbesondere auch nach innen auf, die die Steuerung des Unternehmens deutlich verbessern. Dazu tragen ein professionelles Berichtswesen, eine am Unternehmen und den Aktionären orientierte Ausschüttungspolitik sowie eine sinnvolle Aufteilung zwischen Management-, Entscheidungs- und Kontrollkompetenzen zwischen den unterschiedlichen Organen erheblich bei. Nicht-börsennotierte Familienunternehmen könnten von ihren börsennotierten Schwestern professionelle Führungs- und Kontrollstrukturen im Rahmen dessen, was wirklich sinnvoll ist, übernehmen.

 

Zweitens: Ein Visionär, der „gechallenged“ wird

 

Zudem haben börsennotierte Familienunternehmen einen Lenker und Visionär aus der Familie, der für die Unternehmensentwicklung und -strategie verantwortlich ist, sie vorantreibt und an ihrem langfristigen Erfolg gemessen wird. Das unterscheidet börsennotierte Familienunternehmen von typischen Publikumsgesellschaften. Der Familienunternehmer oder sein Fremdmanagement, das im Auftrag einer starken Familie agiert, ist primär langfristigen Zielen verpflichtet. Parallel dazu werden bei börsennotierten Familienunternehmen auch viertel- und halbjährliche Ergebnisse abgebildet und verlangt. Auch diese Kombination aus Langfrist- und Kurzfristzielen ist eine Technik der Erfolgskontrolle und -steuerung, die nicht-börsennotierte Familienunternehmen übernehmen könnten.

Daneben werden die Entscheidungen des Familien-Vorstands und der Mehrheits-Aktionäre eines börsennotierten Familienunternehmens regelhaft von familienexternen Eigentümern hinterfragt. Dieses „Challengen“ würde auch manchen nicht-börsennotierten Familienunternehmern guttun.

 

Mehrwert der kritischen Strategiekontrolle durch Aufsichtsrat und Beirat

 

Börsennotierte Familienunternehmen haben einen Aufsichtsrat, dem auch der Vorstand aus der Familie Rechenschaft schuldet. In nicht-börsennotierten Familienunternehmen ist das anders. Doch ein mit den richtigen Kompetenzen ausgestatteter Beirat als gleichzeitig wohlmeinender und kritisch herausfordernder Kontrolleur kann den Unternehmer vor Fehlentscheidungen bewahren.

Vor einiger Zeit erzählte uns ein sehr erfolgreicher Familienunternehmer: „Ich werden meinem Beirat ewig dankbar sein, weil er mich von einer gravierenden Fehlentscheidung zurückgehalten hat, obwohl ich damals darüber geflucht habe, dass mir mein eigener Beirat in die Quere kam, den ich schließlich selber ausgewählt hatte“. Dieser Unternehmer plante ein unterschriftsreifes Investment in Asien, als ihm einfiel, dass er seinen Beirat zu involvieren habe. Dieser tagte, teilte dem erstaunten Unternehmer sein einhelliges Veto zu der Investition mit und begründete das mit zu hohen unternehmerischen Risiken aufgrund patentrechtlicher Fragen, des Kursrisikos und der Volatilität des Absatzmarktes.

 

Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen.

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