Von den Windsors lernen

Mai 24, 2018 | Familienunternehmen, Nachfolge

Das Haus Windsor, eines der ehrwürdigsten Familienunternehmen der Welt, hat zu Pfingsten unter großer öffentlicher Anteilnahme den Kreis seines Führungspersonals erweitert. Der genaue Hergang des Auswahlverfahrens bleibt Geschäftsgeheimnis.

Von Maxi Unger und Dr. Alexander Koeberle-Schmid

Man darf jedoch davon ausgehen, dass Prince Henry Charles Albert David, Duke of Sussex, seine Entscheidung für die Bürgerliche Rachel Meghan Markle firmenintern unter dynastischen Gesichtspunkten verteidigen musste. Schließlich gilt es eine Erbfolge mit eventueller Firmenübernahme zu sichern.

 

Zwar steht sein Bruder William in der Thronfolge vor Harry und ist bereits mit drei Sprösslingen gesegnet. Ihre Großmutter, die amtierende Firmenchefin Queen Elisabeth II., weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass die Nachfolgeregelung in ihrer Familie nicht immer geradlinig verläuft. Sie selbst hätte nie den Thron bestiegen, hätte ihr Onkel Edward nicht 1936 zugunsten seines Bruders George, ihres Vaters, abgedankt. Wegen seiner Liebe zu einer geschiedenen Amerikanerin. Möglicherweise war Her Majesty also nicht spontan amused, als Harry, aktuelle Nummer Sechs in der Thronfolge, ihr seine Angebetete Meghan vorstellte: eine Kalifornierin, die bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich hat.

 

In der „Firma Windsor“, wie Königinnengemahl Prinz Philip selbst seine Sippe nannte, muss man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

 

Irgendwas geht immer schief, irgendwer dreht immer durch. Eigenwille und Schicksalsschläge können den royalen Nachschub ausdünnen. Alle Entscheidungen haben sich daher dem vorrangigen Geschäftsziel unterzuordnen: der Wahrung des Unternehmens über Generationen hinweg. Prinzipiell muss jeder Zweig der Familie dazu befähigt sein.

Das Wissen um diese Notwendigkeit ist im Hause Windsor stärker verankert als bei manch anderem Familienunternehmen. Einheiratende neue Familienmitglieder müssen den Firmenerfolg zu ihrer Herzensangelegenheit machen und dürfen nach Möglichkeit kein potenzielles Risiko darstellen. Nicht immer gelingt das völlig, wie das tragische Schicksal Lady Dianas bewies.

Wenn also auch leider unbekannt bleiben dürfte, welchen Eignungsprüfungen Meghan, die neue Duchess of Sussex, sich möglicherweise unterziehen musste, so gibt es für Familienunternehmen zum Glück doch eine Reihe von verlässlichen Leitlinien für eine gedeihliche Firmenübergabe.

 

Nicht immer ist die Thronfolgerregelung die beste Lösung, so sehr sie auch gewünscht sein mag.

 

Wird sie zwar angestrebt, aber zu lange hinausgezögert, kann es sogar zu erheblichen Verwerfungen und familiären Belastungen kommen. Deshalb ersparte zum Beispiel die frühere niederländische Kollegin der Queen, Beatrix, durch Abdankung zu Lebzeiten ihrem Sohn Willem-Alexander eine Existenz im Dauerwartestand, wie sie der britische Thronfolger Prince Charles erdulden muss.

Nur etwa drei bis zehn Prozent aller Familienunternehmen ist es vergönnt, die vierte Generation zu erleben; lediglich etwa ein Drittel aller Neugründungen übersteht den ersten Generationswechsel. Die Windsors halten sich seit mehr als 100 Jahren auf dem britischen Thron. Irgendetwas müssen sie richtig machen. God save the Queen!

Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen.

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